Marsoppositionen © Copyright Antonius Schrode, Frankfurt 2002 – 2005 Die Texte, Tabellen
und Abbildungen dieser Veröffentlichung dürfen von jedermann
für den persönlichen Gebrauch frei verwendet werden. Jede
Art der Weitergabe, Verbreitung oder kommerziellen Verwertung, gleichgültig
in welcher Form, sowie die Übersetzung in andere Sprachen bedürfen
der schriftlichen Genehmigung des Autors. Dies gilt sowohl für
die Veröffentlichung als Ganzes als auch für einzelne
Teile. Die Marsopposition des Jahres 2003 Ende August 2003 erreicht unser äußerer Nachbarplanet Mars wieder seine Opposition zur Sonne. Er steht dann von der Erde aus gesehen der Sonne gegenüber und kommt auf seiner Bahn um die Sonne der Erde am nächsten. Ein solches Ereignis findet durchschnittlich etwa alle 780 Tage statt. Diese Periode bezeichnet man als die synodische Umlaufszeit des Planeten. Doch sind – insbesondere infolge der Exzentrizität der Bahnen von Mars und Erde – sowohl die synodische Umlaufszeit als auch der jeweils geringste Abstand Erde–Mars von Opposition zu Opposition Schwankungen unterworfen. So kommt es, dass in seltenen Fällen der Mars eine im Lauf unserer Geschichte noch nie erreichte Nähe zur Erde erreicht. Zu einem solchen Rekord kommt es bei der Marsopposition 2003. Die folgende kleine
Tabelle zeigt, wann solche Rekorde im Laufe des ersten bis vierten
Jahrtausends n.Chr. zu verzeichnen sind:
Zahlen zur Geschichte der Marsoppositionen Der Autor hat alle 4.683 Marsoppositionen des Zeitraums 4000 v.Chr. bis 6000 n.Chr. berechnet. Eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse wird im Folgenden gegeben. Die synodische Umlaufszeit des Mars, also der zeitliche Abstand zweier aufeinander folgender Marsoppositionen, schwankt im betrachteten Zeitraum zwischen 763,8 und 811,4 Tagen. Der Mittelwert über 4.682 synodische Umläufe beträgt 779,946 Tage. Die Abstände Erde–Mars schwanken bei aufeinander folgenden Oppositionen mit einer Periode von 7 bis 8 synodischen Umläufen zwischen großen und kleinen Extremwerten. Große Abstände (etwa 100 Millionen km) ergeben sich, wenn sich Mars bei seiner Opposition nahe dem sonnenfernsten Punkt seiner Bahn (Aphel) befindet, bei kleinen Abständen (etwa 55 Millionen km) dagegen steht Mars in der Nähe seines sonnennächsten Bahnpunktes (Perihel). Dem entsprechend spricht man von Apheloppositionen und Periheloppositionen. Der kleinste Wert des Abstands bei größter Erdnähe liegt im betrachteten Zeitraum bei 55,142 Millionen km, der größte Wert bei 101,751 Millionen km. Im Lauf der Jahrtausende werden die unteren Extremwerte dieses Abstands langsam kleiner und die oberen Extremwerte langsam größer. Der Grund dafür ist eine säkulare Zunahme des Mittelwerts e der Exzentrizität der Marsbahn (e=0,088 im Jahre 4000 v.Chr., e=0,093 heute, e=0,097 im Jahre 6000 n.Chr. Die viel kleinere Exzentrizität der Erdbahn dagegen unterliegt einer säkularen Abnahme; die entsprechenden Mittelwerte betragen 0,019, 0,017 und 0,015). Diese langfristigen Änderungen der Bahnexzentrizität sind also dafür verantwortlich, dass es immer wieder zu neuen Rekord-Oppositionen kommt. Die Exzentrizitäten der Bahnen von Mars und Erde bewirken auch, dass die Zeitpunkte der Opposition und der größten Erdnähe nicht genau zusammenfallen. Die Zeitdifferenz der größten Erdnähe gegenüber der Opposition schwankt im betrachteten Zeitraum um bis zu ±8½ Tage. Nur zweimal innerhalb der 10.000 Jahre findet sich eine Zeitdifferenz von weniger als 0,01 Tagen, nämlich bei der Perihelopposition des Jahres 2208 n.Chr. (Zeitdifferenz = 4 Minuten) und bei der Aphelopposition des Jahre 2232 n.Chr. (Zeitdifferenz = 5 Minuten). |